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In between
Laufzeit: 12 min
Jahr: 2008
Original medium: DV - PAL
Originaltext von Laurence Zakri
Übersetzung:
Jochen Mathies
Ich sehe eine weiße Linie,
wie eine Straße,
wie ein zurückzulegender Weg.
Merkwürdiger Weise
ist sie an den Rand der Tasse gestoßen.
Sie ist lang, sehr lang
und wenn du hinsiehst,
sind da zwei schwarze Linien die sie säumen.
Als ob die Strasse bewacht würde,
als ob man dich irgendwo hinfahren würde,
wo du vielleicht nicht hin willst.
Als ob um dich herum eine Mauer wäre,
oder Erde, ich weiß nicht was...
Jenseits der Linien
Sind da kleine Zeichen die du dort siehst.
Leute, die dich abreisen sehen.
Sie sind bewegungslos, erstarrt.
Ich würde sagen, es gibt zwei Möglichkeiten,
entweder bewegen sie sich nicht,weil sie wollen,
dass du gehst,
oder sie bewegen sich nicht, weil ihre Augen erloschen sind
und vielleicht bist du es, der sie ansieht.
Du sprichst mit ihnen,
du fragst sie, woher sie kommen,
wie sie hierher gekommen sind,
du fragst sie, wer sie sind...
und doch kennst du sie nicht.
Ich sehe, dass du sie nicht kennst,
aber es ist für dich ein tiefes Bedauern.
Du hättest gewollt, dass sie noch da sind,
denn ihre Abwesenheit erzeugt in dir einen Mangel,
und es ist für sie, dass du diesen Weg nimmst.
Da ist so etwas wie eine Liebesgeschichte zwischen euch,
Sie bitten dich, sie nicht zu vergessen,
und du versprichst es ihnen.
Hier sehe ich eine Hand, eine geschlossene Hand.
Es ist die deine, ich weiß es, denn selbst dort,
schließt du die Faust, während du mir zuhörst.
Du versuchstetwas Kostbares zu halten,
Doch als du die Hand öffnest
ist dort nureine schmaler Rinnsal von Erde,
der dir durch die Finger
rinnt...
schau auf diese Stelle der Tasse,
sie ist von dieser Erde bedeckt.
Man könnte meinen, du wolltest die Erde wieder auffangen, Korn für Korn.
Siehst du, dort...
Beuge dich etwas vor...
Siehst du... musst du da nicht an etwas denken?
Es ist ein Granatapfel,
sieh wie ihre Körner ineinander greifen,
wie jene der Erde, die dir entwichen ist,
und die du dirsanft über die Lippen streichst, wie einen Kuss.
Ich weiß nicht, was du suchst,
Aber du suchst etwas,
etwas, von dem du wenigsprichst,
das aber oft deine Gedanken beschäftigt.
Wie eine verlorene Liebe...
Ich sehe in deine Tasse,
aber ich sehe auch dich an,
und in deinem Blick scheint die Fernewieder.
Du bist hier bei mir,
und aufgewisse Weise bist du anderswo.
Du sagst nichts...
aber ich sehe etwas wie Fußspuren in diesem Haufen Erde.
Als ob dudarum herumkreisest, vorwärts, zurückweichend, und wieder
zurückkommend.
Du folgst der Spur, so als ob du dir selber folgenwürdest,
du bist gleichzeitig vor dir und hinter dir...
Du kehrst immer wiederum,
um mit irgendetwas in der Hand von
neuemaufzubrechen,
das du dort hinlegst, angenau diesem Ort,
an dem ich diesen Berg von
Zeichen aufgetürmt sehe.
Du baust etwas,
aber für diesen Baumusst du zu dir selbstzurückkommen,
oder zu deiner Geschichte.
Siehst du diese Figur hier,
Das könntest du sein.
Man erkennt ihrenKörper ziemlich gut.
Sie wendet sich zur Straße,
aber ein Teil ihres Kopfes ist nicht da...
Man hat ihr etwas gestohlen,
etwas das wichtig genug ist, um ihn dazu zuzwingen,
es wiederzufinden
und sichselbst wiederzufinden...
Ich würde sagen, dass da etwas in dir ist,
das du nicht gut kennst,
etwas, das leidet
und zu verstehen versucht...
Der Faden deiner Geschichte
ist irgendwann verloren gegangen,
jemand hat ihn zerrissen.
Aber es ist dieser Faden,
der dir wieder Faden der Ariadne helfen wird,
das Labyrinth zu
verlassen...
Jetzt sehe ich es deutlicher...
am Boden deiner Tasse gibt es, so wie in deinem Geist
zwei Ufer
und an jedem Ufer eine Geschichte.
Du wolltest, dass sich die beiden Ufer vereinen,
dann hättest du deinen Frieden...