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Press reactions (selection)

Nouvelles d'Armenie 3 / 2010

Urbane Ralitäten: Fokus Istanbul von Ingo Arendt - KUNSTFORUM Bd.177

"Die Stärke von Tannerts Ausstellung liegt an einer anderen Stelle. Respektlos, ohne Berührungsängste oder elitären Blick stürzt sich der Ausstellungsmacher auf die neuralgischen Punkte der türkischen Gegenwart.(...)Interessanter wird es bei dem niederländischen Künstler Marc Bijl. Er spielt mit seiner EU Fahne, die aus 12 türkische Halbmonde auf blauem Grund besteht, auf der heikelste Punkt der türkischen Politik derzeit an. In ihrem Häckelteppich Made in Turkey II nimmt die argentinische Künstlerin Der-Meguerditchian die ornamentale Tradition der osmanischen und der türkischen Volkskunst auf. In diesen Teppich hat sie fotografische Erinnerungsstücke an ihre Grpßeltern integriert, der im Jahrestag des 90. Wiederkehr des massenmord an den Armenier die Erinnerung an den verleugneten genozid weckt."

Wohin Türkei? Berliner Konferenz zwischen Islam und Moderne von Sebastian Preuss Berliner Zeitung 13/09/2005

Der-Meguerditchians höchst privater Fokus auf Istanbul ist eine Collage, in der sie die verlorenen Armenier-Stätten der heutigen Topographie der Stadt einhäkelt; ein zweites Patchwork zeigt die Pässe und Bescheinigungen, die ihr Großvater auf der Flucht sammelte.

"Der Granatapfelbaum spielt für Silvina Der-Meguerditchian eine besondere Rolle. Sie ist Armenierin, wuchs in Argentinien auf und lebt heute in Berlin. Ihr Großvater überlebte 1915 den Genozid in der Türkei nur, weil er sich Tage lang auf einem Granatapfelbaum verstecke. Es gehörte zu den bewegenden Momenten der Konferenz "Modell Türkei?", als die Künstlerin im Martin-Gropiu-Bau ihre Familiengeschichte erzählte. Sie tat es vor ihrer Wandarbeit in der Ausstellung "Fokus Istanbul", die für heftige Diskussionen in Berlin wie auch am Bosporus gesorgt hat.

Kein Dönner aber eine Kuckuckuhr von Gabriela Walde Berliner Morgenpost 7/2005

(...)"Dagegen lehren uns die nur vordergründig als Folklorekitsch anmutenden Häkelcollagen von Silvina Der-Meguerditchian mehr. "Made in Turkey" zeigt den armenischen Alltag mittels Fotografien aus dem alten Istanbul; der "Fluchtteppich" illustriert das Massaker an den Armeniern. Die Künstlerin verhäkelt Zeugnisse und Dokumente der Flucht und Vertreibung ihrer (Ur-) Großeltern, die umkamen. (...) Das ist eine Realität, die viele Türken nicht sehen wollen."(...)

Wildwuchs eines Molochs - Frankfurter Rundschau 7/2005 vonTHomas Medicus

(...) Auf die Embleme und Zeichen von Jugendkulturen fixiert, kommt hier wie in anderen Fällen zwar deren Ästhetik, kaum aber deren Konfliktpotenzial zur Sprache. Sarkis' ästhetischer Installation im Lichthof, die an den armenischen Friedhof in Istanbul erinnert, lässt sich demgegenüber wesentlich mehr abgewinnen. Silvina Der-Meguerditchians Wandteppich Made in Turkey II, der den Genozid an der Armeniern thematisiert, gelingt es gewitzt, Lokalität und Globalität, Geschichte und Gegenwart Istanbuls in einem einzigen Werk zu verdichten".(...)

Was gucks du? Badische Zeitung 07/2005 von Ralf Hanselle

(...)"Sind solche Arbeiten oft poetische Spielereien, so finden sich auch zahlreiche Werke, in denen der eigentliche Sprengstoff im gegenwertigen europäisch-türkischen Dialog lauert. So etwa in der Häkelcollage der armenischstämmigen Künstlerin Silvina Der-Meguerditchian. Nach Vorlage von Luftaufnahmen hat diese die aktuelle Kartographie Istanbuls in einem Wandteppich verewigt. Auffällig sind dabei die zahlreiche Leerstellen, die sie mit alten Fotografien aus den armenischen Viertel der Stadt zu füllen versucht hat. Auch Der-Meguerditchian leistet erinnerungsarbeit. Mit ihrer Auslassungen macht sie aufmerksam auf eine gestrige Welt, die mit den Genozid an den Armeniern physisch wie mental untergegangen ist." (...)